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Tonträger

"Il clarinetto all'Opera"
Bernhard Röthlisberger, Klarinette
Simon Andres, Klavier


"Il clarinetto all'Opera": Bernhard Röthlisberger, Klarinette; Simon Andres, Klavier
Gallo CD-916

1.

La Traviata (Donato Lovreglio)
Fantasia d Concerto op. 45 über "La Traviata" von Giuseppe Verdi

11'09''
2.
Una lagrima sulla tomba dell'immortale Rossini
(Ernesto Gavallini)
Adagio sentimentale
5'12''
3.
Aida (Gaetano Labanchi)
Fantasie über "Aida" von Giuseppe Verdi
11'12''
4.
La Favorita (Luigi Bassi)
Divertimento über "La Favorita" von Gaetano Donizetti
World Premiere Recording
9'13''
5.
Norma (Antonio Spadina)
Duetto concertante über Motive aus "Norma"
von Vincenzo Bellini
13'27''
6.
Ettore Fieramosca (Giacomo Panizza)
Ballabile con Variazioni aus dem Ballet "Ettore Fieramosca" für Es-Klarinette und Klavier
5'37''
7.
La Sonnambula (Ernesto Gavallini)
Fantasia concertante über "La Sonnambula"
von Vincenzo Bellini
14'16''

Die Liebe der Italiener zum Gesang ist geradezu sprichwörtlich. Im 19. Jahrhundert, der Epoche der grossen italienischen Opernkomponisten (Donizetti, Bellini, Rossini, Verdi ...) und des Belcanto mit seinen gefeierten Sängern, hatten Instrumentalsolisten einen schweren Stand. Höchste Virtuosität und thematische Anleihen bei berühmten Opern waren das Erfolgsrezept eines Paganini, Dragonetti, Cavallini oder Bottesini, um ausserhalb des turbulenten Opernbetriebes überhaupt Gehör zu finden. So entstand eine ganze Reihe von Kompositionen, welche dem Geschmack der opernvernarrten Konzertbesucher Rechnung trugen, gleichzeitig aber auch auf die technischen Möglichkeiten des Instrumentalisten massgeschneidert waren.

Der 1807 geborene ERNESTO CAVALLINI galt als der berühmteste Klarinettist seiner Zeit und wurde zu Recht als Paganini der Klarinette bezeichnet. Er war zuerst Solo-Klarinettist an der Scala in Mailand und unternahm Konzertreisen durch ganz Europa, bevor er 1852 an den Russischen Hof in St. Petersburg gelangte. Schliesslich kehrte er 1870 nach Mailand zurück, wo er bis zu seinem Tode als Professor am Konservatorium tätig war. Auf seinen Tourneen spielte Cavallini meistens eigene Kompositionen, welche seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten am besten zur Geltung brachten. Die Fantasia concertante über "La Sonnambula" belegt dies auf eindrückliche Art und Weise. Das 1843 entstandene Werk war seinem Freund Ferdinando Sebastiani gewidmet, welcher Solo-Klarinettist an der Oper San Carlo in Neapel war, nach der Scala das wichtigste Haus Italiens. Ist es wohl Zufall, dass Sebastiani seinen im selben Jahr geborenen Sohn auf den Namen Ernesto taufen liess?

Das Adagio sentimentale "Una lagrima sulla tomba dell'immortate Rossini" stammt aus dem zweiten von drei Alben italienischer und französischer Lieder, welche Cavallini während seiner Jahre in Russland veröffentlicht hatte und die einem eher lyrischen Stil verpflichtet sind. Der überaus poetische Titel ist durchaus nicht ungewöhnlich für jene Zeit und bezeugt Cavallinis Bewunderung für den "Schwan von Pesaro".

Auch LUIGI BASSI war Solo-Klarinettist an der Scala. Von seinen unzähligen Kompositionen für Klarinette wurde die Fantasie über "Rigoletto" besonders bekannt. Als Pädagoge war er ebenfalls sehr aktiv und gab schon früh die bekannte Klarinetten-Schule von Lefevre bei Ricordi heraus. Das Divertimento über "La Favorita" ist eine der wenigen Fantasien über eine Donizetti-Oper. Bassi verstand es gut, dem leichten, süffigen Stil Donizettis gerecht zu werden, und schrieb ein Werk von eher tänzerischem denn dramatischem Charakter.

Mit elf Jahren gab ANTONIO SPADINA 1833 sein Debüt als Klarinettist in Como, wo er später auch als Klavierlehrer sehr bekannt wurde. Er veröffentlichte Werke für beide Instrumente. In seiner Jugend wurde er wahrscheinlich von Giuditta Pasta (1797-1865) gefördert, welche selbst aus Como stammte und sich immer wieder dorthin zurückzog. Bei der Uraufführung von Bellinis "Norma" hatte sie die Titelrolle gesungen und Massstäbe gesetzt, an denen sich noch Generationen von Sängerinnen zu messen hatten. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass ihre Enkelin Carlotta Ferranti bei Spadina Klavierstunden nahm. Ihr hat er das vorliegende Duetto concertante auch gewidmet. Da Ferrantis Ruf als Pianistin ganz beachtlich war, ist anzunehmen, dass sie mit ihrem Lehrer zusammen das Stück uraufgeführt hat.

Als Sohn eines Klarinettisten war der Weg von GAETANO LABANCHI schon füh vorgezeichnet. Der gebürtige Sizilianer studierte in Mailand bei Cavallini und kehrte anschliessend als exzellenter Klarinettist nach Süditalien zurück. Als Professor des Konservatoriums von Neapel genoss er einen ausgezeichneten Ruf. Ausserdem war er mit Verdi freundschaftlich verbunden. So erstaunt es nicht, dass dieser der Uraufführung von Labanchis Fantasie über "Aida" beiwohnte.

Der aus Bari stammende Flötist DONATO LOVREGLIO wurde 1841 geboren. Schon bald zog er nach Neapel, wo er als Musiker und Komponist tätig war. Die meisten Werke, grösstenteils Opern-Fantasien, schrieb er für Flöte. Eines der wenigen Stücke für Klarinette ist die Fantasia da Concerto über "La Traviata" op. 45, die 1865 bei Ricordi veröffentlicht wurde.

GIACOMO PANIZZA war zu Cavallinis Zeiten Dirigent an der Scala. Er hat zwei Opern und dreizehn Ballette für dieses Haus geschrieben und seinem Solo-Klarinettisten oft besonders brillante Soli zugedacht. Seine "Azione mimica in 5 parti Ettore Fieramosca" basiert auf einer italienischen Novelle. Der "Ballabile con Variazioni" (getanzte Variationen zu Ballett-Musik) steht im Dritten Akt. Der Minore-Teil tauchte einige Jahre später nochmals auf; in der vierzehnten seiner 30 Capricen zitiert Cavallini Panizzas Komposition, ohne jedoch den eigentlichen Komponisten zu erwähnen.

CD Rezensionen

Die beiden Schweizer Instrumentalisten Bernhard Röthlisberger und Simon Andres geben den Stücken in sicherer Technik alle Nuancen und Schattierungen mit, die in sie hineinkomponiert wurden: vom sentimentalen, doch nicht weinerlichen Schmelz bei Cavallini und Lovreglio bis zur atemberaubenden Bravour bei Panizza und Cavallini. Die randvolle CD – dafür ein Sonderlob! – ist für den Fan opulent aufgemachter italienischer Opernkunst ein echter Leckerbissen.
aus: Rohrblatt, Oktober 1998

 

„The performances are splendid – beautiful renditions of mostly familiar music, in wonderful recorded sound.“
aus: American Record Guide, Mai 1997

 

„Bernhard Röthlisberger lässt es weder an virtuoser Technik noch an geschmeidiger Sanglichkeit fehlen... Diese unterhaltende und äusserst virtuose Art Salonmusik hält, was sie verspricht...“
aus: Neue Luzerner Zeitung, 26. Oktober 1996

 

 

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